Autor: | Kategorie: Transport News |

Als Lkw-Fahrer thront man über der Straße und hat den Verkehr bestens im Blick. Zumindest sollte man das meinen. Das Rechtsabbiegen ist jedes Mal aufs Neue ein kleines Abenteuer. Trotz zahlreicher Spiegel ist der rechte Bereich des Fahrzeugs nicht einsehbar und so kommt es jährlich zu tödlichen Unfällen. 2012 waren es 30.

Quelle: nueb.net

Quelle: nueb.net

Viele Personen unterschätzen im Straßenverkehr den toten Winkel. Manche vergessen auch einfach dass es ihn gibt und sie somit beim Abbiegen Passanten gefährden oder gar sich selbst gefährden könnten. Viele Autofahrer schauen beim Abbiegen meist flüchtig oder oft auch gar nicht über die Schulter, um sich zu vergewissern, dass sich neben ihnen keiner mehr befindet. Fahrradfahrer und Fußgänger sind, wenn man den Verkehr beobachtet, sehr oft mit etwas Anderem beschäftigt. Kopfhörer im Ohr, Smartphone in der Hand und schon bekommt keiner mehr mit, was um einen herum passiert.

Der Lkw-Fahrer hingegen kann den Schulterblick zwar ausführen, doch was er sieht, hilft nicht die Gefahr zu beseitigen. Er sieht nämlich kaum etwas von dem, was neben ihm geschieht. Zwar hat er schon mehrere Spiegel, die ihm das Abbiegen und die Sicht auf weitere Verkehrsteilnehmer erleichtern, nur reicht es noch nicht aus. „Radfahrer oder Fußgänger werden durch Lkw- oder Busfahrer zu oft übersehen“, sagte Parlamentarische Staatssekretärin Katherina Reiche (CDU). „Deswegen plädiere ich für ein elektronisches Warnsystem für Lkws.“

Zu diesen geforderten elektronischen Warnsystemen gehört bereits der Blond Spot Assist von Mercedes Benz. Sven Ennerst, Leiter der weltweiten Entwicklung und des Einkaufs von Daimler Trucks dazu: „Die Technologie-Entwicklung des Blind Spot Assist ist nunmehr abgeschlossen. Die Brisanz von Kollisionen beim Abbiegen eines Lkw hat uns bei Daimler keine Ruhe gelassen, allerdings muss vor einer Markteinführung das System entwicklungsseitig umfassend getestet werden. Das bedeutet, es müssen noch hunderttausende Testkilometer absolviert, und das System auf unterschiedliche Fahrzeugvarianten angepasst werden. Vom Technologieführer erwartet man wegweisende Lösungen – vor allem wenn es die Verbesserung der aktiven Sicherheit betrifft, denn die hat bei Daimler Trucks oberste Priorität.“

Und Sicherheit sollte bei jedem an höchster Stelle im Straßenverkehr stehen. Das bedeutet auch dass man nicht nur auf sein eigenes Verhalten im Straßenverkehr achtet, sondern auch auf das der anderen Verkehrsteilnehmer. Was kann ich noch tun, um nicht im toten Winkel zu stehen? Wenn Blickkontakt mit dem Fahrer über den Spiegel hergestellt werden konnte, kann man sich sicher sein, dass man gesehen wurde. Und das Beste: den stärkeren Verkehrsteilnehmer im Zweifel zuerst abbiegen lassen.



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