Autor: | Kategorie: Transport News |

Der Verkehr in China ist mit dem hier in Europa nicht zu vergleichen. Hier reicht den Pendlern schon die Staumeldung von fünf Kilometern und einer Verzögerung von 30 Minuten um die Nerven zu strapazieren. Dabei sind die fünf Kilometer  doch nichts im Vergleich zum Megastau von über 100 Kilometern und mehr oder dem Parkplatz auf Pekinger Straßen. Dort verbringt man mehr Zeit im stehenden als im fahrenden Auto. Ein interessantes Zitat hierzu: „Lieber auf dem Rücksitz eines BMW weinen, als auf dem Fahrrad lachen.“

LKW

Die Straße als Parkplatz in Peking? Durchschnittlich kommt man in Peking 500 Meter in einer halben Stunde weiter, wenn man zu Stoßzeiten fährt. Als Fußgänger ist man definitiv schneller, nur warum sitzen alle Chinesen im Auto? Sie sitzen im Auto, weil sie sich ihr Auto leisten können und es ein Statussymbol ist. Sie haben es geschafft. Sie haben sich hochgearbeitet und können sich ein Auto leisten. Zudem haben sie Glück im Losverfahren gehabt oder genug Geld, um ein Nummernschild zu ersteigern.

Der Verkehr in China ist kurz vorm Kollaps. Innerhalb von fünf Jahren stieg die Zahl der Neuzulassungen allein in Peking um zwei Millionen Fahrzeuge. Die Straßen sind für diesen Anstieg nicht ausgelastet. Infolgedessen entstehen kilometerlange Staus durch die gesamte Stadt und stadtauswärts. Die Infrastruktur für Pendler ist noch nicht ausreichend, weswegen die Bewohner weiterhin mit dem Auto fahren und die Staus in Kauf nehmen. Hinzu kommen die hohen Abgase. An vielen Tagen wird es nicht hell wegen des Smogs. Die Folge: Atemwegserkrankungen.

Wie kämpft man dagegen an? An manchen Tagen dürfen in Peking, Shanghai und Guangzhou Fahrzeuge mit entweder nur geraden oder nur ungeraden Nummernschildern fahren. Die Neuzulassungen pro Jahr wurden ebenfalls runtergesetzt. In der Millionenstadt  Tianjin zum Beispiel werden pro Jahr maximal 100.000 Neuzulassungen ausgestellt. 60.000 davon werden verlost, während die restlichen 40.000 ersteigert werden können. Mindestpreis liegt bei 10.000 Yuan, was etwa 1.200 Euro entsprechen.

Auf die Einwohner Chinas gerechnete Zahl der Fahrzeuge sind es verhältnismäßig wenige Fahrzeuge, die nicht zu einem Verkehrskollaps führen sollten. Auf 1,3 Milliarden Menschen kommen „nur“ 250 Millionen Fahrzeuge. In Deutschland sind es bei 80 Millionen Einwohnern 50 Millionen Fahrzeuge. Das Problem liegt in den Metropolen und das nicht genügend Platz und Struktur geschaffen ist. Für 5 Millionen Fahrzeuge gibt es zudem nur 800.000 Parkplätze.

2010 standen Chinesen mehr als 11 Tage auf der Strecke von Peking nach Tibet im Megastau  bis sich die Kolonne wieder in Bewegung setzte. Einen Kilometer pro Tag kam man voran.

 

Quelle: spiegel.de, sz.de