Autor: | Kategorie: Transport News |

„Wir werden aktiv – Gemeinsam sind wir stark!“ ist eine Initiative der Aktion in Transport (ursprünglich aus den Niederlanden, actie in transport), eine Gruppierung, die sich für die Belange der LKW-Fahrer und –Fahrerinnen einsetzt um Arbeitsplätze zu sichern und den Beruf Fernfahrer wieder attraktiver zu gestalten. Es werden einheitliche Mindestlöhne innerhalb der EU, sowie einheitliche Frachttarife und die Aussetzung der EU-Kabotage gefordert.

IMG_5183_color62% der in Deutschland durchgeführten Transporte werden nur noch von deutschen Spediteuren geführt. Der Alltag für die Fahrer wird immer schwieriger, da die Löhne über Jahre gleichgeblieben sind oder das Gehalt sogar gekürzt wurde und die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen schwächer wird. „Bereits jetzt sind die Lohnkostenunterschiede zwischen osteuropäischen und deutschen Fahrern immens“, schreibt der Unternehmensverband  Schleswig-Holstein.

In Italien sollen sich osteuropäische Fahrer für einen Mindestlohn von 368€ monatlich hinter das Steuer setzen. Bei manchen Speditionen werden Philippinische Fahrer eingesetzt, die einen Bruchteil von dem verdienen, was deutsche, niederländische und österreichische Fahrer ausgezahlt bekommen. Die Wettbewerbsfähigkeit der Fahrer sinkt und sie bangen um Ihre Jobs. Es gibt zahlreiche arbeitslose Fahrer, die nicht eingestellt werden, da Fahrer aus anderen Ländern für weniger Lohn fahren. Aus diesem Grund werden gleiche Löhne für die gleiche Arbeit gefordert.

„Das Lohndumping führt dazu, dass es immer weniger Spediteure in unserem Land gibt. Mit  der Verdrängung eines deutschen Fahrers inklusive LKW vom Markt, entgehen dem Staat Steuereinnahmen von jährlich 80.000 Euro. Fahrer und Unternehmen sitzen in einem Boot“ so Thomas Rackow, Geschäftsführer des Unternehmensverband Logistik Schleswig-Holstein. „Ohne unsere gut ausgebildeten Fahrer können auch wir auf Dauer nicht existieren.“

Bereits Ende September demonstrierten rund 500 Fahrer aus neun europäischen Ländern und 750 Gewerkschaftsvertreter in Brüssel auf ihre Situation und die Konkurrenz aus dem Ausland aufmerksam zu machen. Es sei schwieriger zu arbeiten, da die Zukunft ungewiss sei und die Unternehmen weniger bezahlen wollen um sich über Wasser halten zu können. Am ersten Juni findet in Berlin eine große Kundgebung statt, die von der Aktion in Transport organisiert wird. „Wir wollen unser Fünf-Punkte-Programm durchsetzen“, sagte Schulze von den Kraftfahrer-Clubs Deutschland. „Dabei geht es den Kraftfahrern und Unternehmen in erster Linie um die Umsetzung der bestehenden EU-Richtlinien, insbesondere der Richtlinie zur Arbeitnehmerentsendung.“

Fest steht, dass sich etwas in der Transportbranche ändern muss.

 

Quelle: verkehrsrundschau.net