Autor: | Kategorie: Transport News |

Lebensmittel im Supermarkt gehen aus. Produktionen müssen gestoppt werden. Nach vier Tagen fährt kein Auto mehr!

Was wäre, wenn …?

Was wäre, wenn plötzlich keine LKW mehr fahren? Wie sähen die Folgen für die Wirtschaft, für die Gesellschaft, für jeden von uns aus?

Eine Woche lang skizzierte der Verein „Die Transportbotschafter“ im Rahmen seiner Aktion „Leben mit LKW“ auf Facebook die verschiedenen Eskalationsstufen eines fiktiven LKW-Streiks. Verpackt ins Format einer Nachrichtensendung erfuhr die Fan-Gemeinde an einem Montagmorgen von einem unangekündigten, bundesweiten Streik der Logistikbranche, LKW-Fahrer eingeschlossen. Der Grund: das schlechte öffentliche Image und die Vorurteile, denen vor allem LKW-Fahrer häufig ausgesetzt sind. Ein empfindlicher Nerv war getroffen.

LKweg

So etwas müsse man wirklich mal machen. Einfach stehenbleiben, damit „die anderen“ merken, was sie an LKW haben, sagten die Einen. Streiken dürfe man überhaupt nicht, war der inhaltlich nicht korrekte Tenor Anderer. Links zu Gewerkschafts-Homepages wanderten von Fan zu Fan, man diskutierte. Man wunderte sich aber auch: „Bei mir wird nicht gestreikt, ich sehe viele LKW fahren.“ Und bald fiel auf: Der Streik war fiktiv und vor allem: Ums Streiken selbst ging es überhaupt nicht. Es ging darum, was uns ohne LKW fehlen würde, was die Konsequenzen wären, wenn es plötzlich keine Versorgung durch den Straßentransport mehr gäbe.

Kurzum: Die Konsequenz eines einwöchigen Wegfalls von LKW wäre pures Chaos. Wirtschaftliche und gesellschaftliche Strukturen brächen auf. Wer sich eingangs noch über mehr Ruhe in den Straßen und weniger Verkehr auf der Autobahn freut, würde sich bereits am zweiten Tag darüber beschweren, dass im Supermarkt keine Frischwaren mehr zu erhalten wären. Schnell stünden Apotheken ohne lebenswichtige Medikamente dar, Treibstoff an Tankstellen wäre spätestens am vierten Tag aufgebraucht; das Verkehrsnetz würde kollabieren. Produktionsstopps müssten in Kauf genommen, da keine Bauteile mehr geliefert würden. Schließungen und Arbeitslosigkeit wären die Folge und der Wirtschaftskollaps stünde schließlich über allem.

Im nachgestellten Nachrichtenstudio fällt am siebten Tag der Strom aus, im Hintergrund verdunkelt sich eine ganze Stadt. Hier endet die Aktion der Transportbotschafter. Würde man aber beim Stromausfall nicht aufhören, sondern weiterspinnen… Wie würden Flughäfen ohne Strom funktionieren? Das Bahnnetz? Umschlagsplätze wie der Hamburger Hafen? Krankenhäuser? Notfallnummern für Polizei, Feuerwehr, Krankenwagen?

Die Videoreihe macht nachdenklich, denn die Pfeiler, auf denen unsere Wirtschaft und unsere Gesellschaft stehen, wirken massiv. Sie sind es auch, wenn sie nicht mit durch Vorurteile und Fehlverhalten angegriffen und dadurch bröckelig werden. Der Logistikbranche droht akuter Fahrermangel, da keine jungen Fahrer nachkommen. Der schlechte Ruf ist nur ein Grund dafür, aber wenn es keine Nachwuchsfahrer gibt, werden theoretisch bald keine LKW mehr fahren. Die Facebook-Gemeinschaft der Transportbotschafter unterstützte die Video-Reihe. Man sprach plötzlich eine Sprache, zog am gleichen Strang und zeigte gemeinsam: Guckt, wie stark wir sind, wie ihr euch täglich auf uns verlassen könnt! Man muss sich unweigerlich fragen, warum diese starke Gemeinschaft es nicht schafft, sich zusammenzuraufen, sich im Rahmen einer bundesweiten Kampagne zusammen zu tun, um das Image zu polieren und somit den Fortbestand gut funktionierender Logistik, so wie wir sie kennen, zu sichern.



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