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Seit einer Woche müssen LKW ab 12t Gesamtgewicht auf 84 Teilabschnitten deutscher Bundesstraßen eine Mautgebühr entrichten. Der deutsche Verkehrsminister Peter Ramsauer rechnet mit 100 Millionen Euro an Mehreinnahmen, die direkt in den Straßenbau und –erhalt fließen sollen. Durchschnittlich wird der Kilometer mit 17 Cent berechnet; Mautprellern droht eine Strafe von 200€ bis 400 €.

Am 1. August 2012 startete der Verkehrsminister persönlich die Mauterweiterung auf einer Gesamtstrecke von 1135 km Länge. Die aufgenommenen Abschnitte, 84 an der Zahl, haben eine Mindestlänge von 4 km und sind unmittelbar an Autobahnen angebunden, die bereits seit 2005 Mautpflichtig sind. Eine weitere Voraussetzung für die Hochstufung zur gebührenpflichtigen Strecke ist, dass die Bundesstraße einer Autobahn gleicht, was mindestens vier Fahrspuren und eine Trennung der Fahrbahn bedeutet, sowie dass diese nicht durch Ortschaften führt. Mautstellen mit Kassenhäuschen sind aufgrund der eingebauten Technik nicht notwendig.

Ebenso ist es die Technik, die das Projekt Maut auf deutschen Bundesstraßen eingebremst hat. Naturverbände und Umweltschutzorganisationen fordern die Maut für alle deutschen Bundesstraßen. „Lkw belasten unsere Straßen besonders stark. Sie verursachen enorme Mengen an Kohlendioxid, Luftschadstoffen und Lärm und müssen daher mehr an den Kosten für Umwelt und Gesundheit beteiligt werden“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.  Der Verkehrsminister schließt dieses nicht aus, jedoch müsse man bei technischen Problemen, kleinere Schritte machen. Die Speicher der OBUs sind veraltet und weisen keine weiteren größeren Kapazitäten auf.

Die AK hält ein ähnliches Modell nicht für ausgeschlossen. „Der Lkw, und nicht die Allgemeinheit, muss für die Kosten für Straßenabnützung und Umweltkosten (Luftverschmutzung, Klimawandel, Unfallfolgekosten, Lärm) aufkommen, das verlangt die Kostenwahrheit.“ So die Kammer. Die Universität Wien veröffentliche eine Studie, in der sie befand, dass die Hälfte der heimischen Straßen in schlechtem Zustand sei, das Geld zur Sanierung den Gemeinden jedoch fehle. Durch eine zusätzliche Maut wären Einnahmen zur Instandhaltung gesichert.

Hier in Österreich und wie in Deutschland machen sich regionale Speditionen Sorgen um die Kostenverteilung. „Weitere Kostensteigerungen treiben uns in den Ruin“, warnt Wolfgang Herzer, Obmann des Fachverbandes für das Güterbeförderungsgewerbe. Bleibt abzuwarten, wann und ob die zusätzliche Maut kommt.

 

Quelle: kurier.at, bmvbs.de