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Das Transportwesen wird von vielen Faktoren stark beeinflusst: steigender Ölpreis, steigendes Verkehrsaufkommen, zusätzliche Mautabgaben und der Drang zum umweltfreundlicheren Transport. Um den aus dem Weg zu gehen und den Druck zu verringern, werden Transporte auf die Schiene und auf das Wassert verlegt. Es ist ein europaweit diskutiertes Thema: den LKW von der Straße durch die Bahn auf die Schiene zu ersetzen um die Straßen freier und sicherer zu machen.

Deutschland macht es vor: das Projekt „Hamburger Hafen 62+“ ist der wichtigste Seehafen für Bayern und auch für Teile Österreichs. Aktuell werden rund 60% der Transporte von Bayern nach Hamburg auf der Schiene befördert. Ziel ist es den Schienenverkehr um 5% zu steigern und somit bis zu 23.000 LKW-Fahrten sparen, was ebenfalls eine Einsparung von 15.000t CO2 bedeutet. Es zeigt sich, dass sich der Langstrecken-Transport für die Umwelt lohnt. Bei Kurzstrecken sind sich die Spediteure allerdings einig: es lohnt sich nicht.

In der Schweiz widerlegt die Firma SBB Cargo in Zusammenarbeit mit der Migros, dass es sich nicht lohne, Waren auf der Schiene auf kurzer Strecke zu transportieren. Auf der 144km langen Strecke von Neuendorf nach Gossau wurde Anfang Juli der erste Schienentransport losgeschickt. Angeschlagen waren drei Stunden, nach zweieinhalb Stunden war die Ware bereits am Zielort. Diese Zeit ist selbst mit dem PKW im Berufsverkehr schwer zu unterbieten. Da der Transport nun auf die Schiene verlegt wurde, können pro Fahrt 15 LKW Fahrten weggelassen werden.

Dass es auf den Schienen auf langen Strecken schneller geht, beweist auch das britische Unternehmen „Lorry Rail“. Auf der Unternehmenshomepage wird mit folgender Unterhaltung geworben:

„Gestern bin ich über 1000km in weniger als 15 Stunden gefahren.“
„Das ist ja super! Aber das hast du nur geschafft, da du zwei Kollegen mehr dabei hattest?“
„Nein, ich habe den Zug genommen.“

Die Vorteile des kombinierten Verkehrs sind eindeutig: es wird weniger Zeit benötigt die Ware von A nach B zu bringen und es kann zeitlich besser geplant werden, da auf den Schienen keine unvorhergesehenen Staus auftauchen können.  Zusätzlich sinken die Ausgaben für Kraftstoff und Personal sowie Instandhaltung der Fahrzeuge. Der LKW fährt nur noch von Werk bis Bahnhof und am Zielbahnhof wird die Ware auf den nächsten LKW geladen und zum Zielort gebracht. Auf diese Art und Weise kann man die Maut-Gebühr ebenfalls sparen. Die Bahn hat höhere Kapazitäten als ein LKW und Pilotprojekte zeigen, dass Bahncontainer auch auf LKW gelegt werden können um den kombinierten Verkehr attraktiver zu machen. Eine umweltschonende Alternative gewinnt an Attraktivität.

 

Quelle: bazoline.ch, ptext.de