Autor: | Kategorie: Transport News |

Gastbeitrag!

Was Reibung erzeugt, geht kaputt. Dieser alte Spruch ist auf jedes mechanische Verschleißteil eines Fahrzeugs anwendbar. Bremsbeläge und Bremsscheiben verschleißen durch ihre Nutzung, Motor und Getriebe müssen durch konstante Schmierung vor übermäßigem Verschleiß geschützt werden und auch eine Kupplung wird durch Anfahren strapaziert und abgenutzt.

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Eine normale Kupplung ist nicht für jede Art des Transports geeignet. Durch simples Schleifen und Schließen der Verbindung wird sie abgenutzt, sobald die Geschwindigkeit von Motor und Getriebe angeglichen ist. Während moderne Automatikgetriebe kaum Verschleiß an der Kupplung erzeugen und Fahrgänge teilweise ohne Kupplung eingelegt werden, entsteht gerade im Rangierbetrieb eine erhebliche Belastung. Diese kann jedoch mit verbesserte Materialien und Konstruktionsweisen teilweise aufgefangen werden. Die „normale“ Kupplung erreicht ihre Grenzen bei großen Gewichten. Lange Rangierarbeiten von Schwerlastverbindungen an Steigungen kann Trockenkupplungen an ihre Belastungsgrenze führen und als Begleiterscheinung erhöhten Verschleiß mit sich ziehen.
Eine von mechanischen Verschleißteilen bereinigte Kupplung stellt die Turbo-Retarder Kupplung dar. Sie nutzt Teile des Retarders um eine Kraftübertragung herzustellen. Normalerweise wird der Retarder zum Bremsen verwendet. Dabei steht ein stehender Impeller einem sich mit Getriebegeschwindigkeit drehenden Propeller in einem Gehäuse entgegen. Wird der Retarder aktiviert, wird Öl zwischen den Impeller und Propeller in das Gehäuse gegeben, sodass der Propeller verlangsamt wird. Diesen Effekt dreht man um. Möchte man das Fahrzeug aus dem Stand heraus bewegen, steht der Propeller, der mit dem Getriebe verbunden ist. Der Impeller, der normalerweise steht, ist mit dem Motor verbunden. Der Impeller beginnt sich zu drehen und eine geregelte Menge Öl, die sich nach der Stellung des Gaspedals richtet, wird in das Gehäuse gegeben, sodass die Kraft vom sich drehenden Impeller an den zum Getriebe verbundenen Propeller übermittelt wird. Dadurch beginnt der Propeller das damit verbundene Getriebe und somit auch die Räder des Fahrzeugs zu drehen. Sobald das Fahrzeug in Bewegung gekommen ist, wird eine mechanische Kupplung geschlossen und die Kraftübertragung erfolgt von nun an direkt mechanisch, um Verluste im Ölsumpf des Getriebes zu vermeiden.
Neben den höheren Kosten der Kupplung, bringt sie auch ein höheres Gewicht mit sich. Gerade bei Lkw im Fernverkehr ist der Kupplungsverschleiß ohnehin schon so gering, dass sich eine Turbo-Retarder Kupplung schlicht nicht lohnt. Bei Schwertransporten, die langsam und präzise rangieren müssen ist eine Turbo-Retarder Kupplung eine große Hilfe. Man kann das Fahrzeug kontrolliert rückwärts bergab rollen lassen, ohne die Bremse zu betätigen. Beim Anfahren entsteht kein Ruck und kein zurückrollen. Das System schafft eine stufenlos regelbare, ruckfreie Kraftübertragung.

Vielen Dank an Ben Mikka Buchner!



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