Autor: | Kategorie: Transport News, Umwelt & Logistik |

Wenn es um LKW geht, werden die Rufe „LKW auf die Schiene“ lauter. Für die Wirtschaft und die hohe Nachfrage nach schnellstmöglich gelieferten Waren ist dieser Ruf schwer nachvollziehbar. Wie soll ein Zug den nächsten Supermarkt anfahren? Fest steht, dass die LKW gebraucht werden. Zudem steht auch fest, dass es umweltfreundliche Alternativen für Langstrecken gibt: zum Beispiel den kombinierten Verkehr/intermodalen Transport. Demnächst sogar bis ins Reich der Mitte.

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Die Sitzungen zum Thema intermodaler Transport und LKW auf die Schiene nehmen vermehrt zu. Wöchentlich treffen sich Vertreter beider Seiten (Straßen- und Schienentransport) und beraten sich über Effizienz und Kostenminderung. Durch Staus und Verzögerungen im Transportablauf verlieren Unternehmen insgesamt hunderte Milliarden Euro. Daher steht die Überlegung im Raum, die Langstreckentransporte auf die Schiene zu verlagern und an bestimmten Orten Stationen einzurichten, wo die Ware auf den LKW geladen wird und zum Zielort gebracht wird. Die Bahn hat höhere Kapazitäten als ein LKW und Pilotprojekte zeigen, dass Bahncontainer auch auf LKW gelegt werden können und umgekehrt um den kombinierten Verkehr attraktiver zu machen. Eine umweltschonende Alternative gewinnt an Attraktivität. Bei einer Steigerung des Bahntransportes um 5% können durchschnittlich bis zu 23.000 LKW-Fahrten gespart werden, was einer Einsparung von 15.000t CO2 entspricht.

Investitionen in der Schweiz und Österreich vermehrt in den Ausbau des Schienennetzes für Güterverkehr. In Deutschland investiert die Bahn noch hauptsächlich in den Personenverkehr. Private Bahnbetreiber versuchen Nebenstrecken zu nutzen und die letzten Teilstücke an das Gesamtnetz anzuschließen. In Österreich ist die Nutzung der Bahntrassen rückläufig. Im dritten Quartal des letzten Jahres ging der Transport auf der Schiene um 10% zurück.

DB Schenker arbeitet mit BMW zusammen und beide wollen die Strecke nach China ausbauen und regelmäßig nutzen. Das Ziel ist ein Zug pro Tag. Die Züge fahren 23 Tage auf einer insgesamt 11.000km langen Strecke über  Polen, Weißrussland und Russland ins Reich der Mitte. Die Fahrtzeit erscheint sehr lang, jedoch muss man bedenken, dass der Zug zweimal umgeschient wird, durch den Zoll muss und der Transport per Schiff 40-50Tage dauert. Somit können die Transporteure und Auftraggeber Kosten und Zeit sparen. Auch das Unternehmen Ceva Logistics wird von den Niederlanden aus via Schiene nach China transportieren.

 

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