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Wer kennt sie nicht, die Geschichte der Reise des kleinen Tigers und Bären nach Panama. Um Janoschs Figuren und dass es zu Hause am schönsten sei, geht es hier heute aber nicht, dafür um das Wahrzeichen des Landes Panama: den Panamakanal.

Baustop

Der knapp 82 Kilometer lange Panamakanal wurde 1914 von den USA fertiggestellt und wird erst seit 2000 von Panama selbst betrieben. Jährlich passieren etwa 14.000 Containerschiffe die Passage, um den langen und tückischen Seeweg rund um Südamerika zu meiden. Seit 2007 wird der Kanal nun ausgebaut, damit ab 2015 auch die großen Containerschiffe mit einem Fassungsvermögen von 12.000 Containern den Kanal passieren können. Durch die Erweiterung soll die Zahl der Schiffe, die täglich passieren, verdoppelt werden.

Überall hört man, dass Bauprojekte die Kosten übersteigen. Der Berliner Flughafen, die Olympiastätten in Sotchi. Auch bei der Finanzierung des Ausbaus des Panamakanals sind die Kosten enorm gestiegen. Momentan können sich beide Seiten, Baukonzern und Kanalbetreiber, noch nicht einigen, wer für die Mehrkosten in Höhe von 1,6 Milliarden Dollar, umgerechnet 1,2 Milliarden Euro, aufkommen soll. Der Vorschlag die Kosten zu teilen wurde abgelehnt. Werden die Arbeiten nun eingestellt? Eigentlich sollte der Ausbau zum hundertjährigen Jubiläum dieses Jahr fertiggestellt werden, doch gerät er jetzt wegen Meinungsverschiedenheiten zur Finanzierung ins Stocken.

Eine weitere Frist zur weiteren Vorgehensweise wurde ohne Einigung überschritten.

EU-Industriekommissar Antonio Tajani hat in dem Streit vermittelt und meinte, dass dies eine schlechte Nachricht für die Weltwirtschaft sei. Auslöser für die hohen Kosten seien nicht offengelegte geologische Verhältnisse von Seiten des Kanalbetreibers, weswegen sich der Baukonzern weigert, die Mehrkosten allein zu tragen. Experten haben jedoch schon bei der Ausschreibung bemängelt, dass der Baukonzern den Ausbau zu niedrig kalkuliert habe.

 

Quelle: welt.de, spiegel.de